Auf die Haltung kommt es an…

...oder die Kraft der eigenen Gedanken!

Wann kommt es wieder darauf an, dass Sie auf den Punkt hin performen, wie es neudeutsch so schön heißt? Eine Verhandlung um eine neue Position? Einen Vortrag vor einem Auditorium, das Sie für Ihre Sache gewinnen wollen? Ein Konfliktgespräch mit einem Kollegen? Haben Sie sich damit auseinander gesetzt, wie Sie sich darauf - jenseits der inhaltlichen Ebene - zielgerichtet mental vorbereiten, um die Herausforderung erfolgreich zu bewältigen?

„Mit Logik kommst du von A nach B. Mit Vorstellungskraft kommst du überall hin.“ Das hat ausgerechnet Albert Einstein gesagt. Er wusste um die Macht der inneren Kraft, das eigene Potenzial.
Mentale Stärke ist eine der Haupterfolgsfaktoren für Spitzensportler und mentales Training daher eine Normalität im Leistungssport. In die Berufswelt hat diese Art des Trainings noch nicht flächendeckend Einzug gehalten. Obwohl wir doch tagtäglich auch hier immer mehr gefordert sind, über uns selbst hinauszuwachsen. Grund genug also, unseren Newsletter einmal der Kraft Ihrer mentalen Stärke zu widmen.

Der im letzten Jahr verstorbene Heidelberger Professor Hans Eberspächer war der erste deutsche Sportpsychologe, der bei Olympischen Spielen akkreditiert war. Darüber hinaus betreute er deutsche Spitzensportler in den unterschiedlichsten Disziplinen. Als zentrale Bausteine mentaler Kompetenz hat er folgende acht zusammengefasst:*

1.) Setzte Deine Ansprüche an Dich hoch
Sei davon überzeugt, alle Fähigkeiten zu haben, um die anstehende Anforderung zu bewältigen - wenn Du JETZT Dein Bestes zulässt!

2.) Entwickle Dich auf Grundlage Deiner Kernkompetenzen
Du kannst viel Zeit investieren, an Deinen Schwächen zu arbeiten. Willst Du aber Dein volles persönliches Potenzial entwickeln, dann gehe überzeugt von Deinen Stärken an die gestellte Herausforderung heran.

3.) Führe wertschätzende innere Selbstgespräche
Denken ist wie Reden mit sich selbst. Achte auf Deine „inneren Dialoge“. Führst Du wertschätzende Selbstgespräche oder sagst Du Dir, was Du alles nicht kannst? Deine Selbstgespräche sind untrennbar mit Deiner mentalen Landkarte verknüpft.

4.) Entwerfe konstruktive Vorstellungen
Deine Vorstellungen sind Deine persönlichen inneren Bilder. Sie übernehmen Führungsimpulse für Dein Handeln. Destruktive Vorstellungen sind daher zusätzliche Beanspruchungs- und Stress-Fallen, konstruktive Vorstellungen entlasten und unterstützen Dein Handeln.

5.) Halte Dein Gewahrsein im Hier und Jetzt
Leben findet immer unmittelbar im Hier und Jetzt statt. Deine Konzentration und Kraft lebt von der Ruhe im Hier und Jetzt.

6.) Setzte Dir herausfordernde Ziele
Deine Ziele sind Zustände, die Du anstrebst, Dir wünschst oder erreichen willst. Sie geben Dir einerseits Orientierung und Struktur, fordern andererseits aber auch Deine Kraft und Konzentration. Welche Ziele sind es Dir wert, dass Du an Ihnen wächst?

7.) Halte in allem einen guten Rhythmus
Entspannen ist die Kunst loszulassen. Es gibt keine wirkliche Hochleistung ohne Regeneration. Gekonntes Handeln unter Beanspruchung lebt vom Wechsel zwischen Anspannen und Entspannen.

8.) Lerne
Dein Handeln immer wieder zu analysieren, Weiterführendes und Verbesserungen zu finden, ist die Voraussetzung für die Weiterentwicklung Deiner Performance.

Wir müssen keine Hochleistungssportler sein, um über uns selbst hinauszuwachsen. Uns dabei in den acht Bausteinen zu trainieren, d.h. ständig wiederholend zu üben, kann auch im Alltagsleben hilfreich sein. Die berührende Geschichte dieses Newsletters ist möglicherweise die von Ihrer eigenen mentalen Stärke: Wo ist Ihnen durch Ändern Ihres Denkens eine Neubewertung der Realität gelungen, die zu einer wirklichen Veränderung in der reale Entwicklung führte? Erinnern Sie sich an Gespräche, in denen Sie mit anderen phantasierten und gute gemeinsame Bilder der Zukunft entstehen ließen? Wie hat sich das angefühlt? Wie kraftvoll war der Moment?

Ich wünsche Ihnen  einen mental kraftvollen Start in den Frühling
Ihre Carsta Seidel

Literaturtipp: Handbuch Change-Manager
Kennen Sie noch Michael Groß, dreifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister, einer der erfolgreichsten Schwimmsportler in Deutschland. Heute ist Michael Groß Inhaber von Groß & Cie., einer Beratungsgesellschaft für Change Management und Talent Management. Er ist zudem Lehrbeauftragter an der „Frankfurt School of Finance & Management“. 

Das Handbuch Change-Manger richtet sich an Change-Manger und an Führungskräfte, die bei Veränderungen in Unternehmen besonders gefordert sind. Es ist für Einsteiger in das Thema Change-Management genauso geeignet wie für erfahrene Praktiker, die ihr Wissen vertiefen und abrunden möchten.
 
Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil „Kompetenzen für die Gestaltung von Veränderungen“ gibt Michael Groß einen Überblick der Kompetenzen, die einen guten Veränderungsmanager auszeichnen. Diese umfassen neben fachlichen und methodischen Wissens die persönlichen und sozialen Kompetenzen, die es braucht, Veränderungen erfolgreich umzusetzen. Wie groß das Spektrum erforderlicher Kompetenzen ist, zeigt die Länge des Kapitels. Die verschiedenen Perspektiven auf das Kompetenzprofil umfassen 236 Seiten! Groß nutzt zur Beschreibung eine gute Mischung aus theoretischer Fundierung und konkreten Anwendungssituationen. Das erleichtert dem Leser den Praxistransfer und veranschaulicht die dargestellten Anforderungen.  

Im zweiten Teil „Anwendung der Kompetenzen im Change-Management“, gibt Micheal Groß einen Einblick in den täglichen Alltag eines Change-Managers und verdeutlicht anhand vielfältiger Anwendungsszenarien, wie Veränderungsprozesse in der Praxis laufen. In einzelnen Kapiteln geht er auf Anwendungsfälle, wie die Entwicklung neuer Unternehmensziele oder Geschäftsstrategien, auf Führungskultur und -kräfte, IT-Systeme, Zusammenschluss von Abteilungen oder Standorten, Kostensenkungsprogramme und allerlei andere Anlässe für Veränderungen ein. Dabei greift er immer wieder auf die im ersten Teil skizzierten Kompetenzanforderungen zurück. 

Das Buch ist ein Handbuch mit einer umfangreichen Sammlung aus Werkzeugen und Checklisten sowie Vorgehensmodellen im Change. So eignet es sich hervorragend als Nachschlagewerk für bestimmte Veränderungsherausforderungen in unterschiedlichen Situationen und Phasen des Change-Managements.  Der hohe Praxisanteil, grafische Aufbereitung und der Einsatz von Icons zur Strukturierung der Inhalte erleichtern das Nachschlagen der Inhalte.

Mein  Fazit: ein nützlicher Begleiter für Veränderungsszenarien jeglicher Art.    
Groß, M.: Handbuch Change-Manager, Beltz Verlag, Weinheim und Base, 2014

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